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Bildungssyndikat

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Ein Bildungssyndikat ist eine Organisationsform für Studierende, Lehrende und alle anderen Beteiligten innerhalb des Bildungssystems, die sich am Anarchosyndikalismus orientiert. Der Begriff Syndikat heißt in diesem Zusammenhang nicht viel mehr als Gewerkschaft, wird jedoch in der ursprünglichen Form der kämpferischen Gewerkschaft verwendet, weswegen der aus dem dem französischen stammende Begriff Syndikat der Gewerkschaft bevorzugt wird. Bildungssyndikate sind meist innerhalb der Freien ArbeiterInnen Union, der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft in Deutschland (FAU-IAA) [1] (http://www.fau.org/), organisiert.


Inhaltsverzeichnis

1 Aufbau

Bildungssyndikate sind anarchosyndikalistisch organisiert, das heißt, dass die Strukturen hierarchiefrei gestaltet sind und sich alle Mitglieder aktiv ohne Repräsentanten beteiligen. Anarchosyndikalisten vertrauen nicht auf Repräsentanten, die für sie agieren, sondern versuchen ihre Ziele mit direkten Aktionen zu erreichen.

Wenn es zum Beispiel gilt, die Anwesenheitslisten in Seminaren zu bekämpfen, wird nicht versucht, die Gremien davon zu überzeugen, dass diese Listen eventuell schlecht sein könnten, sondern es könnte passieren, dass die Listen verschieden bei der Verteilung im Seminar. Wenn Gebühren gezahlt werden sollen, dann wird versucht, diese Zahlung zu boykottieren (wie etwa im Gebührenboykott), da die Anarchosyndikalisten nicht glauben, dass alleine durch die argumentative Beeinflussung der politischen Entscheider wirklich etwas ändern wird. Was genau erreicht werden soll, und wie dies gemacht wird, wird von den Mitgliedern des Syndikats gemeinsam entschieden.

Eine Besonderheit der Bildungssyndikate innerhalb der studentischen Organisationen besteht darin, dass sie allen Mitgliedern der Hochschule und sonstigen dem Bildungssystem zugehörigen Personen offen steht, und nicht nur Studierenden.

Die Koordination mit anderen Gruppierungen findet über Abgesandte mit imperativem, jederzeit widerrufbarem Mandat statt. Dies bedeutet, dass die Mitglieder des Syndikats diesen Personen explizite Positionen mit zu den Treffen geben, und diese Abgesandte diese Positionen des Syndikats vertreten soll, selbige jedoch nicht ändern darf. Die Bildungssyndikate sind in der Föderation der Bildungssyndikate innerhalb der FAU-IAA vernetzt.


2 Verständnis von Studierenden

Gewerkschaften sind Organisationen von Arbeitnehmern („Lohnabhängige“ im Sprachgebrauch der Anarchosyndikalisten), die gemeinsam Druck auf die Arbeitgeber ausüben können, da der wirtschaftliche Erfolg der Arbeitgeber davon abhängt, dass die Arbeit verrichtet wird. Deshalb sind auch Streiks so wirkungsvoll, denn diese treffen die Arbeitgeber dort, wo sie am verletzlichsten sind: Beim Gewinn.

Dies gilt genauso für die Arbeitnehmer an Einrichtungen wie Hochschulen, und demzufolge sind viele Angestellte wie Wissenschaftler auch in (gewöhnlichen) Gewerkschaften wie der GEW [2] (http://www.gew.de/) oder ver.di [3] (http://www.verdi.de/) organisiert. Anarchosyndikalisten lehnen diese Gewerkschaften als hierarchisch, behäbig und ineffektiv ab.

Studierende stehen jedoch nicht in einem abhängigen Lohnverhältnis zur Universität, was die Frage aufwirft, inwieweit diese durch gewerkschaftliche Organisation Druck auf die Universitäten und Regierungen ausüben können.

Anarchosyndikalisten führen hier zwei grundlegende Argumente an. So können Studierende die Möglichkeiten der der Direkten Aktion auch verwenden, ohne ökonomischen Druck auszuüben. Die oben erwähnten Aktionen gegen Anwesenheitslisten und Boykotte werden gerne als Beispiel aufgeführt.

Als viel wichtigeres Argument wird jedoch angeführt, dass Studierende keineswegs unwichtig für die Universität und den Staat sind. Als zukünftige Akademiker ist der Staat durchaus auf Studierende angewiesen, so dass Studierende durchaus massiv Druck auf Entscheidungswege ausgeübt werden kann. Dass der Gebührenboykott funktionieren kann, basiert grundlegend auf dieser Überlegung, denn auch wenn der einzelne Student für die Universität nicht wirklich wichtig ist, so sind über zehntausend davon durchaus eine nicht zu vernachlässigende Zahl, deren Fehlen der Universität und der Stadt große Probleme bereiten könnten.

Zuguterletzt wird auch angeführt, dass sogenannte Studentenjobs? einen wichtigen Teil des Billiglohnsektors ausmachen, der ökonomisch auch nicht zu verachten sei.

3 Geschichte

Die Bildungssyndikate sind im Zuge des bundesweiten Hochschulstreiks der Jahre 1997/1998 entstanden, da einigen Studierenden die alten Gremien und Strukturen zu festgefahren waren. Seitdem haben sich Bildungssyndikate an mehreren Universitäten gebildet, und einige dieser Syndikate sind auch wieder verschwunden.


4 Hamburg

In Hamburg gibt es zur Zeit kein Bildungssyndikat. Jedoch sind zu einigen überregionalen Protesten wie der Norddemo? schon des Öfteren Vertreter von Bildungssyndikaten in Hamburg gewesen.


5 Links

Kategorie:Studentische Organisation?




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